Bestimmung des Östrogen-Quotienten im Harn

Eingetragen bei: Integrative Onkologie | 0
„Gute und böse Östrogene“

Wenn man sich dem Thema nähert, muss genau differenziert werden, von welchen Hormonen oder Hormonmetaboliten man spricht. Östradiol und Östron (Körpereigen), Östrogene aus Pferdeurin und Ethinylöstradiol (Hormonersatztherapie) wirken auf Brust und Gebärmutter deutlich stärker Krebserregend als andere. Östriol wirkt anders. Je mehr Östriol im Verhältnis zu Östron und Östradiol eine Frau im Körper hat desto geringer scheint ihr Brustkrebsrisiko zu sein. Auch künstliche Gestagene scheinen zur „östrogeninduzierten“ Zellvermehrung beizutragen. Im Gegensatz dazu kann Progesteron dazu beitragen, die krebserregende Wirkung hochwirksamer Östrogene zu modulieren.

Östrogene sind dazu da um das Wachstum neuer Gewebe zu stimulieren. Zum Beispiel die Gebärmutterschleimhaut zur Vorbereitung der Einnistung einer befruchten Eizelle oder die Milchgänge als Vorbereitung auf das Stillen. Die Schattenseite dieser normalen Aktivität ist das Östrogene auch in der Lage sind, das Wachstum von Krebszellen anzuregen. Progesteron kann einem übermäßigen Zellwachstum entgegenwirken.

In der Brust gibt es auch verschiedene Östrogenbindungsstellen. Die Alpha- Rezeptoren, die eher das Brustwachstum fördern und die Beta-Rezeptoren, die das Brustwachstum hemmen. Östron dockt vorrangig an Alpha-Rezeptoren an, Östradiol an beide, Östriol stimuliert vorrangig die Beta-Rezeptoren. Aus diesem Grund ist es verständlich, dass die Zusammensetzung der Östrogene einen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit von Brustkrebs hat. In der Schulmedizin geht man von folgender Hypothese aus. Je mehr Östrogenen eine Frau im Laufe ihres Lebens ausgesetzt ist, desto größer ist die Brustkrebsgefahr. Dies wäre bei einer Frau, die früh die Regel bekommen hat und spät in den Wechsel kommt. Nach dieser These müsste das Brustkrebsrisiko nach dem Wechsel deutlich sinken. Tun sie aber nicht, obwohl die Öst- radiolwerte nach den Wechseljahren auf ein Zehntel der vorherigen Konzentration sinken. Auch in der Schwangerschaft steigt die Östrogenkonzentration auf das Zehnfache und in einer Schwangerschaft ist Brustkrebs dennoch sehr selten. Mehrere Schwangerschaften reduzieren zudem das Brustkrebsrisiko auf lange Sicht. Die Frage ist vielmehr, ob die Einwirkung, bestimmter Östrogene oder Östrogenmetaboliten, über einen langen Zeitraum, das Brustkrebsrisiko erhöht? Östriol gehört zu den Östrogenen, die Frauen während ihrer fruchtbaren Jahre hauptsächlich bilden. Während der Schwangerschaft überflutet das Östriol den Körper und erreicht einen zehnmal höheren Wert als Östron und Östradiol. Östriol verdrängt damit die beiden Östrogene von den Bindungsstellen. Es schaut so aus, als würde die Natur Östriol zur Regulierung dieser starken Hormone einsetzten, bevor sie ernsthaften Schaden anrichten können. Es gibt also einen körpereigenen Krebsschutz.

An der Universität Nebraska wurden dazu verschiedene Studien durchgeführt.
Aus dem 24-Stunden-Harn ermittelten sie den Östrogen-Quotienten (EQ).

______Östriol_____
Östron + Östradiol

Er entdeckte, dass etwas 2/3 aller Frauen mit einer Brustkrebsdiagnose einen niedrigen EQ (unter 1,0 oft nur 0,5 – 0,8) hatten. Bei gesunden Frauen betrug dieser jedoch über 1,2.

Aus diesen Erkenntnissen ergeben sich einige Fragen:
1. Lässt sich Brustkrebs verhindern, wenn niedrige EQ Werte angehoben werden?
2. Könnte die Bestimmung des EQ sinnvoll sein, um gefährdete Frauen zu erkennen?
3. Warum wird dies in der Schulmedizin nicht be- achtet?

Zu den ersten beiden Themen kann man sagen, es gibt zu wenig valide Studien aber der Ansatz ist spannend und überlegenswert. Der Test ist einfach und kostengünstig. Warum gibt es dazu keine Stu- dien? Ganz einfach: Das Ergebnis ist uninteressant für die Pharmaindustrie, da kein patentierbares Me- dikament damit entwickelt werden kann, welches dann viel Geld einspielt (Anm.: natürliche Substanzen kann niemand patentieren). Kein erwarteter Gewinn, keine Forschungsgelder und keine validen Studien bedeuten auch kein Interesse und keine Anerkennung in der Schulmedizin.

Im Harn kann man den individuellen Östrogenquotienten bestimmen.