Was unterscheidet synthetische Hormone gegenüber natürlichen, körpereigenen Hormonen?

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Synthetische und körpereigene Hormone

Im Gespräch mit meinen Patientinnen (Patienten) merke ich immer wieder die Unsicherheit. Kaum jemand ist sich darüber bewusst, wie stark der Unterschied ist,  zwischen den echten körpereigenen Hormonen und den Hormon (-derivaten) welche die Pharmaindustrie z.b. in den Verhütungsmittel oder auch als Hormonersatztherapie zur Verfügung stellt.

So sind die meisten Pillenpräparate Kombipräparate und enthalten die synthetische Variante der Hormone Östradiol und Progesteron.

In der biochemisch veränderten, körperfremden Form haben sie allerdings nicht nur eine völlig andere molekulare Struktur wie ihre natürlichen Vorreiter, sie haben auch völlig andere Aufgaben und Eigenschaften als unsere körpereigenen. Es handelt sich hierbei keinesfalls um Hormone, sondern um „Medikamente mit hormonähnlicher Wirkung“.

Eigenschaften unseres körpereigenen Progesterons 

  • unterstützt die Schleimhaut in der Gebärmutter und die Einnistung eines befruchteten Eis
  • Hauptfaktor für die Entstehung einer Schwangerschaft
  • wird nur nach dem Eisprung gebildet
  • fördert das Haarwachstum
  • hat positiven Einfluss auf unser Gehirn und die Wahrnehmung
  • fördert Wasserausscheidung und verhindert Wassereinlagerungen
  • es gilt als stärkstes natürliches Antidepressivum
  • strafft und festigt das Bindegewebe
  • schützt vor Venenbeschwerden
  • wirkt sich positiv auf die Nervenfunktion aus
  • schützt vor Gewebsveränderungen und Zysten in der Brust
  • beugt aufgrund seiner krampflösenden Wirkung Schlaganfällen und Herzinfarkten vor
  • ist ausschlaggebend für den Fettstoffwechsel und den Blutzuckerspiegel
  • verhindert Infarkte, Embolien und Thrombosen
  • hat eine positive Wirkung auf den Knochenaufbau
  • stärkt die Blasenfunktion

Eigenschaften der synthetischen Formen, auch Gestagene genannt
(Drospirenon, Levonogestrel, Dienogest, Nomegestrol, Chlomadinon, Desogestrel)

  • verhindert die Eireifung
  • verhindert den Eisprung
  • verhindert die Bildung der Schleimhaut in der Gebärmutter
  • erhöht das Thrombose-, Schlaganfall-, Embolie-, und Herzinfarktrisiko
  • wirkt sich negativ auf den Blutzuckerspiegel aus und begünstigt die Insulinresistenz
  • begünstigt Haarausfall
  • begünstigt Stimmungsschwankungen und Depressionen
  • erhöht das Brustkrebsrisiko

Eigenschaften unseres körpereigenen Östradiols 

  • an der Steuerung des Menstruationszyklus beteiligt
  • beteiligt an der Reifung der Eizelle im Eierstock
  • verändert den Schleimpfropf im Gebärmutterhals während des Eisprungs, um eine Empfängnis zu erleichtern
  • erhöht die Konzentration des sogenannten guten HDL-Cholesterins (gutes Cholesterin – Grundstoff für viele Hormone)

Eigenschaften der synthetischen Form
(meistens Ethinylestradiol)

  • verhindert die Heranreifung der Eizelle
  • verhindert Ausbildung der Gebärmutterschleimhaut
  • verdickt den Gebärmutterhalsschleim, damit Spermien nicht in die Gebärmutter gelangen

Spätestens jetzt sollte allen klar sein, dass diese „Medikamente mit hormonähnlicher Wirkung“ absolut keine Ähnlichkeit mit unseren körpereigenen Hormonen haben.
Schlimmer noch, ihre Wirkweise beruht immer auf dem genauen Gegenteil von dem, was unsere eigenen Hormone eigentlich tun.

Was noch erschwerend hinzukommt… 

Unsere natürlichen Hormone sind ein ausgefuchstes und in sich stimmiges System. Wichtig hierbei ist, dass dieses ausgeklügelte System nur dann richtig funktioniert, wenn Östrogen und Progesteron im richtigen Verhältnis zueinander stehen. Sie sind wie Ying und Yang und fungieren mit ihren verschiedenen Eigenschaften als Gegenspieler füreinander. Dieses Gleichgewicht wird von der Pille (egal ob Kombi- oder Monopräparat) vollständig zerstört. Auf Dauer entsteht eine Östrogendominanz!

Wer kann es dem Körper da noch verübeln, dass er während der Einnahme oder nach dem Absetzen der Pille ein bisschen durcheinander kommt?


Quelle und weitere Informationen: https://generation-pille.com

Synthetische Gestagene (in Minipille, Hormonspirale, Hormonstäbchen)

Gestagene sind synthetische Hormone, die dem Progesteron, dem körpereigenen Gelbkörperhormon ähneln, aber nicht identisch sind. Die künstlich hergestellten Gestagene werden in der hormonellen Schwangerschaftsverhütung zur Verhinderung des Eisprungs eingesetzt. Ein wesentliches Ziel bei der Entwicklung synthetischer Gestagene war die ver- längerte Halbwertszeit. Dies war notwendig, um eine sichere Hemmung der Ovulation bei Verhütungsmittel zu erzielen. Diese chemischen Veränderungen sind verbunden mit teilweise erwünschten, aber auch oft unerwünschten Wirkungen bzw. Nebenwirkungen. Das Gestagen der „Women ́s Health Initiative“ – Medroxyprogesteronacetat (MPA) – etwa erhöht den Blutdruck und vermindert die Glukosetoleranz. Zudem beeinflusst es die Blutfette ungünstig. Mikronisiertes Progesteron dagegen zeigt keine relevanten Effekte auf den Lipid- und Kohlenhydrat-Stoffwechsel, sowie den Blutdruck. Gestagene sind z.B. in der Pille, in den Hormonstäbchen oder in der Hormonspirale enthalten. Synthetische Gestagene werden nach ihrer Abstammung eingeteilt. Die Substanzen unterscheiden sich sowohl in ihrem Wirksamkeits- als auch Nebenwirkungsprofil.

Progesteron-Derivate: Dydrogesteron verhält sich ähnlich wie Progesteron, Chlormadinonacetat oder Cyproteronacetat zeigen eine testosteronhemmende Wirkung, was bei Akne therapeutisch genutzt wird. Medroxyprogesteronacetat wirkt jedoch vermännli- chend und beeinflusst den Stoffwechsel negativ

19-Nortestosteron-Abkömmlinge: Mit Ausnahme von Dienogest wirken sie nachteilig auf den Zucker- und Fettstoffwechsel und erhöht damit das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen. Dazu gehört auch das in der Hormonspirale „Mirena“ enthaltene Le- vonorgestrel. Manche dieser Substanzen werden nur sehr langsam abgebaut und belasten damit die Leber und den Stoffwechsel. Die haben dagegen ein geringeres Risiko das Blut zu verdicken als Östrogene. Weiters erzeugen sie Insulinresistenzstörungen und eine erhöhte Insulinausschüttung, welche wiederrum zu einer Gewichtszunahme, besonders am Bauch führt. Unter Progesteron bleibt die Glucosetoleranz intakt.