Östrogene = Estrogene (engl.)

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Was sind Östrogene?

Östrogen ist ein Oberbegriff für die wichtigsten weiblichen Geschlechtshormone, wie Östradiol, Östron und Östriol. Von diesen ist Östradiol (E2) das potenteste Hormon und für die Entwicklung der sekundären weiblichen Geschlechtsmerkmale (Brüste, Hüften, Behaarung …) verantwortlich. Östriol ist dagegen ein sehr schonendes, niedrigpotentes Östrogen. Es wird vermutet, dass dieses Östriol gerade deshalb, einen unschätzbaren natürlichen Schutz gegen möglicherweise Krebs verursachende stark wirksame Östrogene bietet.

In jedem Lebewesen liegen die unterschiedlichen Östrogene in einem bestimmten physiologischen Verhältnis vor. Beim Menschen sind es 44% Östradiol, 33% Östron, 10% Östriol und der Rest erstreckt sich auf die Östrogenmetaboliten (durch Abbau chemisch verändere Hormone die ebenfalls noch biochemisch aktiv sind). Östrogene werden in den Follikeln der Eierstöcke, während einer Schwangerschaft in der Plazenta und in geringem Maße im Fettgewebe produziert. Östrogene haben den wichtigsten Einfluss zur weiblichen Entwicklung in körperlicher und psychischer Hinsicht und damit zum Lebensgefühl einer Frau. Beginnend in der Pubertät mit der Brustentwicklung, über den monatlichen Zyklus bis hin zum Knochenaufbau, Fettstoffwechsel und der Kollagenbildung zur Erhaltung der Hautelastizität, sind Östrogene im Spiel. Sie schaffen die Voraussetzungen für eine Schwangerschaft und für Sex. Sie wirken stärkend auf Knochen und Herz und stabilisieren das seelische Gleichgewicht.

Symptome eines Östrogenmangels

  • Hitzewallungen, Nachtschweiß
  • Gelenksschmerzen
  • Blutungsunregelmäßigkeiten, Ausbleiben der Regel
  • Unfruchtbarkeit
  • Trockene Schleimhäute (Scheide, Mund, Augen …)
  • Trockene Haut und Haare, Haarausfall
  • Depressionen
  • Durchschlafstörungen
  • Osteoporose
  • Höheres Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen

Östrogenmangel und Gelenksschmerzen

Zitat Prof. Dr. Johannes Huber
www.drhuber.at

„Es gibt Frauen, die nach dem Aufwachen Steifigkeiten an den kleinen Fingergelenken und Gelenk- schmerzen entdecken. Diese Frauen sind über die eingeschränkte Fingermobilität meist sehr beunruhigt. Meist werden solche Frauen vom Praktiker zum Rheumatologen geschickt, der zahllose Untersuchungen initiiert. Deren Ergebnis ist aber recht häufig negativ. Sicherheitshalber wird die Frau mit Antirheumatika behandelt, die zwar keine Linderung des Gelenkleidens der kleinen Finger bringen, nicht selten aber schwere Nebenwirkungen, etwa Magengeschwüre, zeigen.

In den meisten Fällen leiden diese Frauen unter Östrogendefiziten. Die kausale Therapie wäre dabei denkbar einfach: Östrogen wird als Salbe auf das schmerzende Fingergelenk aufgetragen – und in den meisten Fällen (ausgenommen, die Frau leidet tatsächlich unter Rheuma) schwindet der Schmerz innerhalb kürzester Zeit. Der Grund dieses Therapieerfolges: Ein Östrogendefizit mobilisiert Körperreaktionen, die sich auch gegen eigene Gewebsteile – etwa gegen Knorpel und Gelenkskapseln – richten. Das als Salbe applizierte Östrogen wirkt innerhalb kürzester Zeit entzündungshemmend – der Frauenarzt kann mit großem Erfolg am weibli- chen Körper seine Kunst demonstrieren.“

Folgende externe Östrogen-Arten werden in der Therapie eingesetzt

Natürliche Östrogene

sind identisch mit den Östrogenen, die in den Eierstöcken gebildet werden. Dazu zählt z.B. 17ß- Östradiol

Synthetische Östrogene

sind veränderte und künstlich hergestellte Östrogene, die der Körper nicht bildet. Sie werden in der Anti-Baby-Pille oder in Hormonersatzpräparaten verwendet. Dazu gehört z. B. Ethinylestradiol.

Konjungierte Östrogene

sind eine Mischung verschiedener Substanzen, die ähnlich den Östrogenen aufgebaut sind. Sie werden entweder aus Pflanzen oder dem Harn trächtiger Stuten gewonnen.

Bioidente Östrogene

Sind im Labor aus Soja hergestellte Östrogene, die den natürlichen Östrogenen exakt gleichen. Der Körper kann deshalb nicht unterscheiden ob sie körpereigene Hormone oder von außen zugeführte Hormone sind. Es gibt bioidentes Östradiol, Östron, Östriol.

Phytoöstrogene

Phytoöstrogene werden auch als SERM (selektiver Östrogenrezeptormodulator) bezeichnet. Es sind sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe, zu de- nen unter anderem Isoflavone (z. B. Genistein aus Sojabohnen und Rotklee) gehören. Phytoöstrogene sind keine „echten“ Östrogene. Sie sind keine Östrogene im chemischen Sinne, sondern besitzen lediglich eine strukturelle Ähnlichkeit mit diesen. Diese Ähnlichkeit ermöglicht eine Bindung an Östrogenrezeptoren, wodurch eine östrogene oder auch antiöstrogene Wirkung erzielt werden kann. Aufgrund dieser Fähigkeit wird Phytoöstrogenen auch die Möglichkeit nachgesagt, Wechseljahresbeschwerden zu mildern und das Brustkrebs-Risiko zu senken.