Methadon in der Krebstherapie

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Vom Drogenersatzstoff zum Krebsmedikament

Methadon ist den meisten als Drogenersatzstoff bekannt. Es hat  jedoch auch in der palliativen Schmerztherapie einen wichtigen Stellenwert. Der Palliativmediziner Dr. Hilscher ist aufgefallen das Krebspatienten, die Methadon erhalten haben, ihre Prognose länger überlebten. 2008 hat die Chemikerin Dr. Claudia Friesen  von der Uniklink Ulm im Tierversuch nachgewiesen, dass Krebszellen, wenn sie während der Chemotherapie mit D,L-Methadon kombiniert werden, besser auf die Chemotherapie ansprachen und Resistenzen gegen Chemotherapien überwunden werden konnten.  2014 ging sie mit ihrer Grundlagenforschung und Fallbeispielen an die Öffentlichkeit und spürt seither kräftigen Gegenwind. Das Thema polarisiert.

Frau Dr. Friesen hat gemeinsam mit Dr. Hilscher über 750 Patienten mit Methadon behandelt. Sie sagt selbst: „Es ist kein Wundermittel aber eine Hoffnung für austherapierte oder resistente Tumorpatienten“. Es gibt Fallbeispiele in welchen es sogar zur vollständigen Rückbildung der Tumore gekommen ist.

Viele Ärztegesellschaften warnen vor dem Einsatz dieser experimentellen Therapie. Es gibt zu wenig große Studien ist ihr Argument. Wohl gemerkt nur zur Wirksamkeit bei Krebs. Über die Wirkung und Nebenwirkungen in der Schmerztherapie gibt es genug Informationen. Frau Dr. Friesen schafft es bis heute nicht, Geld für wissenschaftliche Studien aufzutreiben. Methadon ist nicht patentierfähig und damit wirtschaftlich nicht interessant für die Pharmaindustrie. „Wenn Methadon seine zwölf Euro kostet für vier bis sechs Wochen und vielleicht in Konkurrenz zu einem Medikament mit 20.000 bis 25.000 Euro steht, kann ich mir schon vorstellen, dass Methadon keine Chance hat“, erklärte Friesen in einem Beitrag des ARD. Mittlerweile sammen Dr. Friesen und Dr. Hilscher Geld für eine evidenzbasierte Studie. 1,5 Mill. Euro wären dafür nötig. Der betroffene Patient befindet sich in der Zwickmühle und viele Patienten haben keine Zeit mehr, um auf aufwendige Studien zu warten. Immer mehr Patienten werden selbst aktiv und fragen ihre Ärzte nach dieser Möglichkeit. Meine Erfahrung ist, dass viele Patienten in ihrer Not ins Ausland fahren, wenn ihr Wunsch hier abgelehnt wird. Die Nebenwirkungen von Methadon sind bekannt und im Verhältnis zu anderen Tumortherapien gering. Zusätzlich leiden ohnehin viele Menschen mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen unter Schmerzen. Unter einer guten ärztlichen Begleitung kann man die Verträglichkeit deutlich verbessern. Aus diesem Grund biete ich (nur) auf Wunsch meiner Patienten auch diese Therapie an.