Eisen – Eisenmangel – Anämie

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Schwerwiegende Mineralstoffmängel

Eisenmangel und Eisenmangelanämie gehören zu häufigsten und schwerwiegendsten Mineralstoffmängel weltweit. Am häufigsten betroffen sind Frauen, Schwangere, Kleinkinder und ältere Menschen.

Ursachen für diesen weit verbreiteten Mangel sind: Einseitige Ernährung (Vegetarisch/Vegan), starke Menstruation, Schwangerschaft und Stillzeit, Chron. Entzündungszustände, Autoimmunerkrankungen,  chronischer Blutverlust (Verursacht durch Schmerzmitteleinnahme) und Resorptionsstörungen des Eisens (chron. Magen-Darmerkrankungen, Magenschutz-Tabletten, Magensäuremangel im Alter)

Eisen spielt bei fasst allen biologischen Vorgängen eine entscheidende Rolle. Bisher sind nicht weniger als 170 eisenabhängige Enzyme mit einer Vielzahl von wichtigen Funktionen bekannt.

Entsprechend vielfältig sind die Auswirkungen einer mangelhaften Eisenversorgung:
  1. Regeneration von Geweben gestört: Besonders in Geweben mit hoher Zellteilungsrate (Knochenmark, Lymphatische Organe, Darmschleimhaut, Haare) kann sich ein Eisenmangel rasch auswirken.
  2. Erhöhter Kalorienbedarf: Durch den Hämoglobinmangel gelangt weniger Sauerstoff in die Zellen. Dies hemmt den sauerstoffabhängigen Glukoseabbau. Die Folgen sind eine Erhöhung des Blutzuckers und des Insulins im Serum. Die Folge ist eine Insulinresistenz die später in einen Diabetes münden kann.
  3. Weniger zelluläre Energie: Symptome wie körperlich eingeschränkte Leistungsfähigkeit und psychische Störungen zeigen sich als Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Ängstlichkeit oder Gereiztheit.
  4. Immunstörungen: Unter Eisenmangel finden sich weniger T-Zellen und eine verminderte Phagozytose. Dies begünstigt Infektionen durch Viren, Bakterien und Pilze.
  5. Hormonstörungen: Unter Eisenmangel ist die Konzentration von Progesteron, Thyroxin (Schilddrüsenhormon) und Melatonin erniedrigt sowie das Prolaktin erhöht.
  6. Blutfettwerte: Ein Eisenmangel geht mit erniedrigten Spiegeln des HDL (gutes Cholesterin) und der Omega-3-Fettsäuren einher. Erhöht ist der Triglizeridspiegel.
  7. Ostoporose: Eisenmangel schwächt die Knochenmatrixbildung und erhöht den Knochenabbau. Es wurde eine Beziehung zwischen Eisenspeicher (Ferritin) und Knochenstärke mit weniger Knochenbrüchen festgestellt.
  8. Durchfall und Blähungen: Menschen mit niedrigem Eisenspeicher (Ferritin) leiden häufiger und länger an Durchfall und Blähungen. Ursache sind eine verminderte Regeneration, eine verminderte Aktivität der Verdauungsenzyme und Gallenblasenentleerung.
  9. Gestörte Entwicklung des Gehirns: Bei Eisenmangel während der Schwangerschaft können Lernstörungen, logopädische Probleme, ADHS, Depressionen und verschieden Verhaltensstörungen bei Jugendlichen auftreten. Weiters ist die Freisetzung und der Transport von Neurotransmittern verändert. Dies kann zu einer Unterfunktion von Dopamin, Serotonin, GABA, Azethylcholin etc. führen und für psychische und neurologische Störungen verantwortlich sein.
  10. Entgiftung: Eisenmangel beeinträchtigt die Entgiftungsfunktion (Cytochrom P 450) für organische Gifte und Schwermetallbelastung im Körper. Enthält der Darminhalt zu wenig Eisen, werden mehr Schwermetalle (Blei, Cadmium, Aluminium) resorbiert.
  11. Schwangerschaft: Eisenmangel ist mit vielen Komplikationen in der Schwangerschaft verbunden und erhöht die Sterblichkeit von Mutter und Kind.
Symptome eines Eisenmangels:

Nagelveränderungen, Mundwinkelrhagaden, blasse, trockene Haut, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Schwindel, Kopfschmerz, Herzklopfen  verminderte körperliche Leistungsfähigkeit, Kurzatmigkeit, Restless-leg-Syndrom, ADHS, Verschlechterung einer Herzinsuffizienz

Diagnostik:

Primär ist eine genaue Anamnese über Ernährung, mögliche Blutverluste und Resorptionshemmer notwendig.

Im Labor sollte neben dem Ferritin (Eisenspeicher) auch das Transferrin und die Transferrinsättigung, CRP, Blutbild mit Erythrozytenindizes und Retikulozyten bestimmt werden. Um weitere Ursachen einer Anämie zu erkennen bestimmt man Vitamin B12, Folsäure und  die Nierenwerte.

Für die Beurteilung ist wichtig, dass bereits bei Mangelzuständen ohne ausgebildete Anämie spürbare und die Lebensqualität einschränkende Symptome vorhanden sein können. Das sogenannte Eisenmangelsyndrom geht bei Ferritinwerten unter 50 yg/l einer Anämie voraus.

Um den Eisenbedarf zu berechnen gibt es sehr gute Online-Rechner. Z.b. www.eisencheck.at

Eisenbedarf: Männer 10 mg, Frauen 15 mg täg- lich, Kinder, Schwangere und Ausdauersportler brauchen mehr.

Eisenreiche Nahrung:

Bei der oralen Substitution muss berücksichtigt werden, dass nur 10 % des Eisens auch resorbiert wird. Unterstützend ist dabei Vitamin C oder Apfelessig. Gehemmt wirde die Resorption durch Kaffee, Tee, Vollkorngetreide, Kalzium und Magnesium, Eier, Käse und Fleisch.

Sesam (10 mg) und Leinsamen (8,2 mg) = besonders reich, Sojabohnen (6,6 mg), Linsen (8 mg), Petersilie (6 mg), Spinat (4,1 mg), Brennnessel (4,1 mg), getrocknete Aprikosen (4,4 mg), Sonnenblumenkerne (6,3 mg), Mandeln (4,1 mg), Hasel- nuss (3,8 mg), Vollkornprodukte (2,4 mg), Hirse (9 mg), rotes Fleisch – dieses Eisen kann der Körper besonders gut verwer- ten, Rindfleisch (2,2 mg), Schweinefleisch (3 mg), Ente (2,5 mg), Kalbfleisch (3 mg)

Ab einem Eisenbedarf von 500 mg sollte auch an die Möglichkeit einer Eiseninfusion gedacht werden. Damit lässt sich die Leidenszeit rasch reduzieren. Die modernen Präparate gelten als sehr sicher und die früher gefürchteten allergischen Reaktionen treten nur mehr sehr selten auf.