Der Darm

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Die Basis der Gesundheit

Der Magen Darm-Trakt ist die größte und komplexeste Lebensgemeinschaft im menschlichen Körper. Wesentlich ist das Gleichgewicht zwischen einer gesunden Darmflora, der körpereigenen Abwehr und den immunregulatorischen Zytokinen. Eine Verschiebung dieser empfindlichen Faktoren kann in einer chronischen Entzündung enden, welche nicht mehr durch körpereigene Mechanismen in den Griff zu bekommen ist. Erkrankungen wie Zöli- akie, Lebensmittelallergien chronisch entzündliche Darmerkrankungen, reaktive entzündliche Gelenkserkrankungen, Infektanfälligkeit, Tumore des lymphatischen Gewebes stellen einige der Krankheitsbilder dar, die aus einem Ungleichgewicht entstehen können.

Über den Darm nehmen wir, alle für den Körper wichtigen, Nährstoffe auf. Vergleichbar ist der Darm mit den Wurzeln einer Pflanze. Wir wissen, dass der Boden das Wachstum und Widerstandsfähigkeit einer Pflanze bestimmt. Unsere Vitalität und Gesundheit hängt in vergleichbarem Maße von dem ab, was wir essen, wie wir essen und wie infolgedessen unser Darmmilieu beschaffen ist. Unser Darm hat vielfältige Aufgaben Nicht nur dass er für den Transport und die Ausscheidung der Nahrung zuständig ist, so erfolgt auch die Aufnahme von Nährstoffen und deren Auswahl im Darm. In der Darmschleimhaut sind Immunglobuline welche einen wahllosen Transport von Substanzen verhindert. Allergene und schädliche Bakterien erfahren eine Barriere. Was manchen nicht so bekannt scheint ist die wichtige Rolle für unsere Infekt und Tumorabwehr. Unser Darm besitzt 80 % des Lymphgewebes, in der Form der Payerschen Plaques und 50 % der Lymphknoten sind dem Darm zugeordnet. So ist mit Sicherheit anzunehmen, dass ein schwacher Darm die Abwehr maßgeblich einschränkt. In jedem Gramm Stuhl eines gesunden Menschen befinden sich zwischen hundert Milliarden und einer halben Billion Mikroorganismen. 60 % unseres Stuhlvolumens sind Bakterien. Die Zusammensetzung der verschiedenen Bakterienarten stellt ein empfindliches Gleichgewicht. 90 % sind den Bifidobakterien und Bacterociden, 10 % der Coliformen, Enterokokken und Lactobacillen und nur 1% bestehen aus Proteus, Staphyokokken, Clostriedien und Hefepilzen. Die Übergänge zur gestörten Darmflora sind fließend und können durch einen Mangel an guten Darmkeimen oder einer Überwucherung von schädlichen Keimen und Pilzen entstehen. Eine funktionstüchtige Darmflora ist die Basis eines gesunden Organismus. Sie hat eine Schutzfunktion für die Darmwand, eine Aufrechterhaltung des Darmmilieus und nicht zuletzt die Aufnahme von Vitaminen wie Folsäure, Laktoflavin, Vitamin K und den Vitaminen des B- Komplexes. Sie ist durch unsere Lebensweise leicht zu stören. Störungen entstehen durch Infektionen, Fehlernährung, Antibiotika- Missbrauch, Stress und vielem mehr und sind häufig die Ursache von Verdauungsstörungen, Entzündungen, Verstopfung, Durchfall, Blähungen. Aber nicht nur Verdauungsprobleme kann eine kranke Darmflora bedingen. Noch viel wichtiger sind Störungen im Immunsystem (Allergien, Autoimmunerkrankungen, Krebs..), Hauterkrankungen und eine Mangelversorgung mit wichtigen Nährstoffen. Aber auch des Gehirn und damit die psychische Stabilität, ist mit einer funktionstüchtigen Darmflora assoziiert.

Die Vermehrung pathogener (= krankhafter) Keime führt zur Bildung körpereigener, giftiger Substanzen, zur Stoffwechselbelastung der Leber, zur Verteilung von Toxinen (= Giften) über den Lymphfluss mit der Möglichkeit der Ablagerung vorzugsweise im lockeren Bindegewebe. Gleichermaßen führt eine Darmdysbiose (= Fehlbesiedelung des Darmes mit Darmkeimen) über eine vermehrte aktive und passive Resorption (= Aufnahme) von Antigenen (= Krankheitskeimen) zu einer Überlastung und folgenden Erschöpfung des, vor allem im Darmsystem sich befindenden Immunsystems. Folgen sind Infektanfälligkeit oder die Ausbildung von Allergien. Umgekehrt fördert eine Immunschwäche die Entwicklung einer gestörten, mit pathogenen Keimen überwucherten Darmflora. Wenn man die resorptionsfähige Fläche unseres Darms misst, kommt man auf ca. 150 m2 im Gegensatz zu unserer äußeren Haut (2m2). So wie unsere Haut hat auch unsere Darmschleimhaut eine wichtige Barrierefunktion zwischen Körperaußenseite und Körperinnenseite. Dies bedeutet dass der gesamte Verdauungstrakt (von der Mundhöhle bis zum Anus) eigentlich Körperaußenseite ist. Dem Darm fällt die Aufgabe zu, alle unbrauchbaren Substanzen, Gifte und Krankheitserreger in enger Zusammenarbeit mit dem Immunsystem abzuwehren. Diese Leistungsfähigkeit hängt ganz wesentlich von einer ausgewogenen Symbiose der Darmbakterien ab, die aus einer Vielzahl verschiedener Mikroorganismen besteht. Sie bilden das Ökosystem des Darms.

In der Chinesischen Medizin hat der Dünndarm die Funktion „das Reine vom Unreinen zu trennen“. Jedoch nicht nur auf körperlicher, sondern auch auf mentaler und spiritueller Ebene. Auch unsere Geistige Nahrung und unserer Emotionen müssen verdaut werden. Der Bauch wird dem Element Erde (Magen und Milz-Pankreas) Meridian zugeordnet. In der TCM ist dies die Mitte – unsere inneres Zentrum. Wenn wir uns zu viel um die Sorgen anderer Menschen kümmern verlieren wir unsere Mitte. Der Dickdarm ist der Abfallsammler – der Unterscheider zwischen Schädlichen und Unschädlichen. Er hat einen Engen Bezug zur Lunge und zur Haut. Seine Aufgabe ist nicht nur die Ausscheidung von Abfallstoffen, sondern auch das Vermögen liebevolle Beziehungen zu pflegen und schädliche aufzulösen. Je weniger Ausgeglichen unsere Energien sind, desto stärker wird unser Bedürfnis nach Kont- rolle über unser Leben.

Ursachen für eine Störung der Darmflora oder ein Leaky gut:  

  • Medikamente: Antibiotika, bes. Sulfonamide, Kortison und Immunsuppressiva, Chemo- und Strah- lentherapie, Schmerzmittel, Antibaby-Pille, Röntgenstrahlen, Mittel gegen Verstopfung,
  • Erkrankungen des Verdauungstraktes: Durchblutungsstörungen des Verdauungstraktes, Leber-Gallen-Bauchspeicheldrüsenerkrankungen, Divertikulose, Stenosen, Fisteln,
  • Umweltbedingt: Schwermetallvergiftungen (Blei, Cadmium, Quecksilber, etc.)
  • Schwere Darminfektionen: Alle Arten Darm schädigender Bakterien, Darmmykosen (Pilze, Candida- Befall)
  • Ernährungsbedingt: Fastenkuren, Nahrungsmittelin- toleranzen, denaturierte Nahrungsmittel (Zucker, Weißmehl), Glutenallergie, Farbstoffe, Konservie- rungsmittel, einseitige Ernährung, Vitaminmangel, Störung des Säure-Basen-Haushaltes
  • Psychische Faktoren wie: Traumata, Stress, Sorgen.
  • Bei Erkrankungen wie Diabetes, Allergien, autoimmunologischen Erkrankungsformen, Krebsleiden, kann stets eine gestörte Darmflora zugrunde gelegt werden.

Intestinales Ökogramm (zahlt die Krankenkasse nicht). Hier lassen sich anhand der Besiedlung mit Bakterien und Pilzen, der Analyse von Verdau- ungsrückständen, Entzündungsparametern, Messen der Darmdurchlässigkeit und weiteren Parametern Erkenntnisse über den Zustand ihrer Verdauung und damit verbundenen Resorptionsstörungen er- mitteln.

Erweiterte Stuhluntersuchung:

  • DAO (Diaminooxidase): Ausschluss einer Histaminintoleranz. Dies ist eine sogenannte pseu- doallergische Reaktion. Denn dabei kommt es ohne Vermittlung von Immunglobulinen zu allergieähn- lichen Beschwerdebildern. Hervorgerufen werden pseudoallergischen Reaktionen durch Histamin oder andere biogene Amine. Pseudoallergische Re- aktionen treten häufig auf, vermutlich sehr viel häu- figer als echte Nahrungsmittelallergien.
  • Zöliakiediagnostik (Glutenunverträglichkeit): Anti-Gliadin-Antikörper und Endomysiumantikörper
  • Laktoseintoleranz: Milchzuckerunverträglichkeit mit H2-Atemtest – Belastungstest – wird in den Ambulanzen der Krankenhäuser gemacht
  • Fructoseintoleranz: Fruchtzuckerunverträglichkeit mit H2-Atemtest – Belastungstest – wird in den Ambulanzen der Krankenhäuser gemacht
  • Sorbitintoleranz: Zuckeraustauschstoff und Kon- servierungsmittel mit H2-Atemtest – Belastungstest – wird in den Ambulanzen der Krankenhäuser gemacht
  • Früherkennung von Darmkrebs: Enthält Calpro- tectin, Hämoglobin, Haptoglobin, Tumor M2PK
  • IgG4+: Nahrungsmittelsreen: Dabei werden die 90 Hauptallergene bei verzögerter Allergie erfasst. Besonders häufige Allergene werden einzeln getes- tet, der Rest in Form von Allergenpools.